DOKUMENTE ZUR LOS-Seite
Zur Arbeitsgruppe Termine Kontakt / Impressum Links zu anderen Seiten Zur Startseite
 

Zeitungstexte

 
 

HAZ 14.09.2004 S. 14

Düstere Zukunft für Hainhölzer Bad
Die Schließung im nächsten Jahr droht – wenn das Land nicht mehr Geld gibt als bisher geplant
Das Hainhölzer Bad wird im nächsten Sommer voraussichtlich nicht wieder öffnen. Das hat Umweltdezernent Hans Mönninghoff gestern in der Sitzung des Sportausschusses bekannt gegeben. Nur die Landesregierung könne das Bad noch mit einem Zuschuss retten. Die bisher zugesagte Summe ist allerdings zu gering. „Damit sehen wir keine Chance mehr“, sagt Mönninghoff, der den Ratsmitgliedern zugesagt hat, einen weiteren Versuch zu unternehmen.
Plan der Verwaltung war es bisher, das defizitäre Bad in ein Naturbad umzubauen. Das ist im Unterhalt billiger, da es nicht beheizt und gechlort wird. Von den 1,1 Millionen Euro Umbaukosten müsste das Land allerdings einen Löwenanteil von 70 Prozent bezahlen. „Bisher wurden uns aber lediglich 30 Prozent signalisiert“, sagt Mönninghoff. Den Freien Schwimmern Hannover, die auf dem Gelände ihr Vereinsheim haben, sind bereits die Verträge gekündigt worden.

Drei Varianten für Misburg: 17 Investoren haben die Ausschreibungsunterlagen für das Misburger Bad angefordert, drei Angebote sind bisher eingegangen. Ein Anbieter will das Bad in ähnlicher Form wie bisher betreiben. Ein zweiten Investor plant einen Umbau für zwölf Millionen Euro. Die dritte Variante sähe vor, dass die Stadt das Bad doch weiter betreibt und trotzdem 100 000 Euro jährlich einspart. „Die Mitarbeiter haben detaillierte Vorschläge gemacht, wie wir das Bad finanziell günstiger betreiben können“, sagt Mönninghoff. Das muss nun überprüft werden.

Ricklinger Bad mit Zukunft: Die Gespräche mit dem SV Aegir sind weit fortgeschritten. Der Verein hat mittlerweile den Entwurf eines Betreibervertrags erhalten. „Wir warten noch auf eine detaillierte Kostenaufstellung der Stadt“, sagt Aegir-Chef Gerd Weßling, „und wenn es machbar ist, werden wir unseren Mitgliedern vorschlagen, das Bad selber zu betreiben.“ Sollte der SV Aegir ablehnen, wird die Stadt das Bad als Naturbad selbst weiter betreiben. Das würde zwar erst einmal eine halbe Million Euro kosten, die Stadt aber laut einem Gutachten bereits nach einigen Jahren deutlich entlasten. hau

Ergänzung der Red. (Bilder einer Begehung Mai 2004 © Wyns):

Bad und Teich sind Nachbarn eingebettet
Kante Becken

 

EXTRAKasten nachgefragt …:… bei Horst Schröder, Leiter des privat geführten Annabads.
„Wir sind flexibler als die Stadt“
Herr Schröder, wieso kann der Polizei-Sportverein das Annabad günstiger betreiben als die Stadt Hannover?
Weil wir viele Menschen haben, die bei uns ehrenamtlich oder für ein ordentliches Taschengeld arbeiten. Alles geringfügig Beschäftigte, so haben wir überschaubare Lohnnebenkosten. Ich bin mit 55 Jahren bei Volkswagen pensioniert worden, habe Erfahrung mit Personal und Organisation und Zeit. Solche Menschen benötigt man.
Wie genau wird der Betrieb im Bad organisiert?
Vormittags sind immer drei Mann da. Bei gutem Wetter wird bis zum Schichtwechsel um 14 Uhr entschieden, ob wir aufstocken – und dann sind nachmittags bis zu sechs Mitarbeiter im Einsatz. Das ist sicherlich auch ein Plus gegenüber der Stadt: Wir sind beim Personaleinsatz flexibler, müssen nicht einen Bademeister bezahlen, der nichts zu tun hat.
Und das rechnet sich?
Wir haben noch kein Jahr mit Verlust abgeschlossen. Und zudem scheinen sich die Leute bei uns auch wohl zu fühlen: Wir haben in den neun Jahren, die wir das Bad betreiben, immer mindestens 700 Jahreskarten verkauft und selbst an regnerischen Tagen 350 Gäste. Man ist als Schwimmmeister natürlich auch viel motivierter, wenn man nicht den ganzen Tag allein am Beckenrand sitzt.

 

aus der HAZ S. 16 13.07.2004

Wasserpark droht Pleite

wennigsen: Der Wasserpark Wennigsen ist zwar geöffnet, doch es kommen kaum Besucher. Die Einnahmeverluste für den Trägerverein sind immens. Zahlen kann der Vorsitzende Wolfram Behrens noch nicht nennen. „An guten Wochenenden nehmen wir rund 1000 Euro ein“, sagt Behrens. Doch am vergangenen Sonnabend und Sonntag seien nur knapp 100 Euro zusammengekommen. Im Juni des vergangenen Jahres hatten 11 447 Gäste den Wasserpark besucht. In diesem Juni waren es nur 2667 Besucher. ma
Calenberger Zeitung 13.07.2004 S. 12

Wasserpark: Badegästen ist es zu kalt

Besucherzahlen sind im Vergleich zum Vorjahr drastisch gesunken – Hohe Einnahmeverluste für Trägerverein

Der Wasserpark Wennigsen ist zwar geöffnet, doch es kommen kaum Besucher. Die Einnahmeverluste für den Trägerverein sind immens.
von martina liedtke
wennigsen.
Wie hoch die Verluste genau sind, lässt sich derzeit nach Auskunft von Wolfram Behrens, Vorsitzender des Trägervereins, noch nicht sagen. „Aber es sieht finster aus“, erklärt er. Anfang Mai hat der Wasserpark Wennigsen seine Türen geöffnet. Seitdem ist das Wetter nur mittelmäßig bis schlecht. Der ständige Regen und die kühlen Temperaturen locken keine Badegäste an.
„An guten Wochenenden nehmen wird rund 1000 Euro ein“, sagt Behrens. Doch am vergangenen Sonnabend und Sonntag seien nur knapp 100 Euro zusammengekommen. Das sei schon bitter. Im Juni des vergangenen Jahres hatten 11 447 Gäste den Wasserpark besucht. In diesem Juni waren es nur 2667 Besucher.
Als erste Reaktion hat der Verein das Kassenpersonal reduziert. Bei schlechtem Wetter ist die Kasse nicht besetzt. „Inhaber von Dauer- und Zehnerkarten kommen ohnehin ins Bad, bei den anderen kassiert Schwimmmeister Wolfgang Libbe den Eintritt“, sagt Behrens. Ansonsten würden die Einnahmen in keinem Verhältnis zu den Personalkosten stehen.
Das Bad vorübergehend schließen will der Verein aber nicht. „Wir halten bis September durch, irgendwann muss das Wetter ja mal besser werden“, hofft der Vorsitzende. Auch die Schwimmkurse werden angeboten. An dem Anfängerkursus haben allerdings nur vier Jungen und Mädchen teilgenommen. Sonst seien es rund 15 Kinder, berichtet Schwimmmeister Libbe. Für den Wassergewöhnungskursus für Vierjährige, der heute starten sollte, gab es nur zwei Anmeldungen. „Fünf müssen es mindestens sein“, sagt er.
Das Wasser sei eigentlich gar nicht so kalt: Es hat eine Temperatur von 19 Grad Celsius. „Die Folie reflektiert die Wärme, die Steine speichern sie“, erläutert der Schwimmmeister. Doch der Wind sei einfach zu kühl.

Stadtanzeiger NOrd S. 5 vom 01.07.2004

Verwaltung setzt auf Naturbad

Für das Hainhölzer Bad besteht Hoffnung. Einem von der Stadt angeforderten Gutachten zufolge lässt sich das sanierungsbedürftige Freibad problemlos in ein unbeheiztes Naturbad mit Stadtteilpark umwandeln. Damit könnten die Betriebskosten deutlich gesenkt werden. Den etwa 1,2 Millionen teuren Umbau will die Stadt allerdings nicht allein finanzieren. Rund 70 Prozent der Kosten sollen aus dem Etat für das Programm Soziale Stadt Hainholz bezahlt werden. Im Bezirksrat Nord unterstützt Rot-Grün diese Alternative zum herkömmlichen Badbetrieb; die CDU-Fraktion äußerte bei der Sitzung am Montagabend jedoch Bedenken gegenüber dem vorgeschlagenen Finanzierungsmodell der Verwaltung.
Welche Kosten Weiterbetrieb, Abriss oder Umwandlung in ein Naturbad verursachen würden, erläuterte jetzt Jörn Ohm vom Umweltdezernat. Danach käme die Stadt der Erhalt des derzeitigen Schwimmbadbetriebes am teuersten. Allein für die Sanierung setzen die Fachleute 1,4 Milionen Euro an; der jährliche Betriebskostenzuschuss würde in Absprache mit dem Verein Freie Schwimmer um 50 Prozent auf 50 000 Euro gekürzt. Die von der Verwaltung geforderte Schließung des Bades wäre mit Kosten in Höhe von über 300 000 Euro für den Abriss und die anschließende Begrünung der Fläche verbunden.
Für die Umwandlung in ein Naturbad müssten laut Fachgutachten rund 1,1 Millionen Euro angesetzt werden. Grundlage dieser Berechnung sind die Gestaltungsvorschläge eines Planungsbüros aus Süddeutschland, das im Auftrag der Stadt ein Naturbad mit Stadtteilpark für Hainholz entworfen hat. Danach schwanken die Kosten für den Umbau je nach Ausstattung zwischen 900 000 und 1,2 Millionen Euro.
Die verschiedenen Umbauvarianten sehen ein 30 bis 50 Meter langes Schwimmerbecken vor, das über Stufen oder einen Steg mit dem Nichtschwimmerbecken verbunden ist. Den bisherigen Sprungturm soll ein Sprungfelsen ersetzen, an einen kleinen Wasserlauf zwischen den Becken oder an eine Grotte wurde ebenfalls gedacht.
Die Reinigung des Wassers erfolgt über einen separaten Aufbereitungsteich. Da das Badewasser nicht geheizt werde, beschränkten sich die Unterhaltskosten auf die regelmäßigen Wasseruntersuchungen, die Frischwasserzuleitung und das Abwasser, erläuterte Bernd Michaelis von der zuständigen Planungsstelle im Fachbereich Umwelt und Stadtgrün.
Bei den geschätzten Jahreseinnahmen durch Badegäste stützt sich die Verwaltung auf Angaben der Freien Schwimmer. Rund 58 000 Besucher zählte der Betreiber in den vergangenen Jahren (der „Jahrhundertsommer“ 2003 wurde nicht berücksichtigt). Allerdings gibt der Verein nur 26 000 zahlende Gäste an, denn Vereinsmitglieder müssen bisher keinen Eintritt zahlen. Seitens der Verwaltung hat man bereits signalisiert, dass dieses Betriebsmodell künftig nicht mehr akzeptiert wird.
Wolfgang Kalesse, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Bezirksrat, wies daraufhin, dass der Freibadumbau nur möglich sei, wenn die Bezirksregierung dem Finanzierungsmodell zustimme und der Löwenanteil der Investitionskosten durch Städtebaufördermittel abgedeckt werde. Außerdem bemängelte der Politiker, dass die vom Fachbereich Hochbau errechneten Kosten für eine Sanierung des Bades „nach wie vor nicht transparent sind“. Bei SPD und Grünen hielt man die Kritik gegenüber der Verwaltung für unangebracht. „Uns allen ist doch wichtig, dass das Bad erhalten bleibt – in welcher Form auch immer“, lobte Helmut Alfons Stein die Bereitschaft der Stadt, über Alternativen zu verhandeln. sim

     
WEBDESIGN: Holger Hütte WEBDESIGN: Holger Hütte
[ AG Betreibermodelle] [Termine] [Dokumente] [Kontakt] [Links] [START ]  © H. Hütte E-mail me 28.09.2004